Erfolg oder Misserfolg – das ist hier die Frage

Ariadne My Career / Meine Karriere , , , , , , , , , ,

Foto von Neville Wooton (über Flickr)

Liebe Leserinnen und Leser,

anlässlich der Oscar-Verleihung fand ich auf Facebook einen Beitrag, in dem die diesjährige Oscargewinnerin Lady Gaga erklärte, dass sie eigentlich Schauspielerin werden wollte, studierte und danach kein Rollen bekam. Deshalb entschied sie sich, Sängerin zu werden. („I studied method acting and I just was really terrible at auditioning and extremely awkward and couldn’t get a job. So I decided to become a singer instead.“).

Aus einem Misserfolg einen Erfolg zu machen? Und ein Oscar für den besten Song ist sicherlich ein Erfolg. – Das fand ich recht beeindruckend.

Keinen Erfolg zu haben bzw. einen Misserfolg, scheint uns zu Entscheidungen zu führen, die wir unter anderen Umständen so nicht getroffen hätten. Auch andere Prominente wie beispielweise J.K. Rowling, Vera Wang und Beyonce kommen zu Wort und berichten wie Erfolglosigkeit/Misserfolge sie auf den heutigen – erfolgreichen – Weg gebracht haben. Vera Wang wollte eigentlich Skater bei den Olympischen Spielen werden und schaffte die Qualifikation nicht. J.K. Rowling war arbeitslos, als sie anfing Harry Potter zu schreiben und wurde damit weltberühmt.

Oprah Winfrey drückt es meiner Meinung nach sehr schön aus: „Es gibt nicht so etwas wie Misserfolg. Misserfolg ist das Leben, dass uns dazu bewegen will, einen anderen Weg einzuschlagen.

„There is no such thing as failure. Failure us just life trying to move us in another direction.” – Oprah Winfrey

Ist das so? Sind Sie schon einmal gescheitert? Und was haben Sie daraus gelernt? Die letzten beiden Fragen habe ich immer gerne in Bewerbungsgesprächen gestellt. Nicht immer klappt alles so, wie man es sich vorstellt. Deshalb fand ich es ganz interessant zu wissen, wie die Person vor mir damit umgeht und ob sie ihr Verhalten reflektiert. Die Antworten, die ich bekam, waren teilweise sehr beeindruckend.

Misserfolg ist eine Chance, einen anderen Weg einzuschlagen. Das hört man oft. Ich habe in meiner beruflichen Praxis viele Menschen kennen gelernt, die diese Philosophie leben. Aber ich habe auch oft beobachtet, dass viele Menschen sich scheuen, Aufgaben oder Projekte zu übernehmen, weil sie den Misserfolge fürchten. Oder sie übernehmen diese, erleben einen Misserfolg oder begehen Fehler und scheuen sich, darüber zu reden. Das kann dazu führen, anderen etwas zu unterstellen und die Schuld zu geben oder an der eigenen nicht erfolgreichen Idee dogmatisch festzuhalten.

Wenn ich genau hinsehe, erkenne ich meist folgende zwei Gründe:
1- Die Angst davor, etwas Neues zu versuchen oder ein Risiko einzugehen, weil man scheitern könnte.
2- Die Angst, einen Misserfolg anzuerkennen und öffentlich darüber zu sprechen.

1- Oh, nein, ein Risiko!

Die Angst, ein Risiko einzugehen und damit scheitern zu können, haben viele Menschen. Das ist gar nicht so ungewöhnlich. Aber wie geht man am besten damit um?

Ganz klar: Trotzdem anfangen! Die Aufgabe genau analysieren und in kleine Teil-Aufgaben aufteilen. Nach jeder Teilaufgabe prüfen, ob alles richtig ist oder, ob man etwas besser machen kann. Dann die nächste Teil-Aufgabe bearbeiten. Erneut lernen und verbessern. Diese Methode wird beispielsweise in der iterativen Software-Entwicklung verwendet oder im Lean-Management beim Problem Solving. Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Statt am Ende einer großen Aufgabe oder eines Projektes einen Gesamtrückblick zu haben, erfolgt es in Teilschritten und der Lernzyklus wird dadurch schneller. Kleine Teilziele = kleine Teilerfolge und schnellere Kurskorrekturen.

Wussten Sie, dass erfolgreiche Führungskräfte mehr Fehler in ihrer Karriere gemacht haben, als diejenigen die keine Führungskräfte geworden sind? Fehler und Misserfolge helfen beim Lernen.

2- Ups. Hoffentlich merkt es niemand….

Die Angst, zuzugeben, dass man gescheitert ist, ist weit verbreitet. Was werden nur die anderen denken? Wird es Konsequenzen für mich haben? Wie stehe ich denn da?

Entwickeln Sie Ihre Kultur der Scheiterns. Es wird immer wieder Misserfolge geben. Deshalb sollte man sich immer fragen: Was kann ich hieraus lernen? Finden Sie heraus, was genau nicht funktionierte. Fassen Sie ihre Erkenntnisse zusammen. Holen Sie sich die Meinung anderer. Entwickeln Sie eine Strategie, was Sie beim nächsten Mal besser machen können.

Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Scheitern, anstatt Ihre Energie darauf zu verschwenden einen Schuldigen zu suchen oder andere ins Verderben laufen zu lassen, ohne sie zu warnen.

Leute, die besonders gut mit Krisen oder Misserfolgen umgehen können, gehen üblicherweise wie folgt vor:
* Erkennen, dass sie gescheitert sind und es akzeptieren. Wenn nötig, jeden Betroffenen darüber informieren, was passieren kann.
* Falls nötig, darüber auch öffentlich sprechen. Verantwortung hierfür übernehmen.
* Aufzeigen, was man gelernt hat, damit andere daraus lernen können.
* Weitermachen, lernen, loslassen. Diejenigen, die Misserfolge, Zweifel, Fehler und Irrtümer zugeben, werden als kompetent wahrgenommen. Genau wie Personen, die um negatives Feedback bitten. „Zeigen Sie keine Schwäche“ ist ein schlechter Ratschlag. Personen, die über Misserfolge reden, werden als vertrauenswürdig und zuverlässig wahr genommen, weil sie ehrlich sind.

Was es bringt? Nun ja, 80% aller Innovationen sind durch Misserfolge entstanden, am falschen Ort, durch falsche Personen. Beispielsweise entstanden die Post-it-Zettel aufgrund eines Fehlers des Chemikers Spencer Silver im Klebemittel. Dieses hielt nicht dauerhaft, sondern ließ sich rückstandslos entfernen. Zunächst wusste man nicht, was man damit anfangen sollte. Später sucht Spencers Kollege nach Lesezeichen für die Liederbücher im Kirchenchor und beklebte die Lesezeichen mit diesem Kleber. Der Rest ist (Erfolgs-)Geschichte.

Wussten Sie? – Im schwedischen Helsingborg gibt es ein Museum des Scheiterns, das misslungene Erfindungen aus aller Welt ausstellt. Von einer Lasagne eines Zahnpastaherstellers bis hin zum elektronischen persönlichen Assistenten einer inzwischen berühmten Computerfirma (mit einem Apfel als Logo) finden sich dort allerlei Kuriositäten. Ich werde es bestimmt einmal besuchen. Link: http://museumoffailure.com

Welche Misserfolge hatten Sie? Sind Sie einmal gescheitert? Was haben Sie daraus gelernt? Ich freue mich sehr über Ihre Kommentare!

Herzliche Grüße
Ihre Ariadne von – Keep calm and grow your talent –

Das könnte dir auch gefallen …

Mehr netto in petto – wie ich mein Nettoeinkommen maximiere

Lesezeit: 7 Minuten Heute ist Weltspartag und ich war mit meinem Sohn bei der Bank. Sein Erspartes wird sortiert, gezählt […]

Glückwunsch! – Mit diesen Tipps beginnt der Urlaub bereits im Büro

Lesezeit 5 Minuten Juhu, es ist Urlaubszeit! Die ersten Kollegen kommen wieder aus dem Urlaub zurück, aber für mich und […]

Wie man sich in fünf Tagen das Naschen abgewöhnt

Lesezeit 4 Minuten Stell Dir vor, Du könntest Dir in fünf Tagen das Naschen abgewöhnen. Oder eine andere Verhaltensweise wie […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.