Gute Neuigkeiten – Verhalten lässt sich ändern

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Bild: www.gotcredit.com

Vorgestern habe ich meine Schreibtisch-Fächer umorganisiert und seitdem finde ich gar nichts mehr. Die Stifte sind jetzt im zweiten statt im dritten Fach. Das dritte Fach brauchte ich für meinen Kalender und mein Bullet Journal. Jedes Mal, wenn ich das dritte Fach öffne, um einen Stift herauszuholen und keinen finde, rolle ich mit den Augen. Nach dem zehnten Mal habe ich einen Lachanfall bekommen. Die Macht der Gewohnheit. Neue Gewohnheiten und Verhaltensweisen brauchen Zeit. Aber lassen sich eingefahren Verhaltensweise überhaupt ändern? Lies diese und nächste Woche, wie es geht oder nicht geht.

Die Stifte sind im zweiten Fach und nicht im dritten!!!

Lassen sich eingefahrene Verhaltensweisen überhaupt ändern?

Dieser Frage ist der Bestseller-Autor Charles Duhigg ist in seinem Buch „Die Macht der Gewohnheit“ nachgegangen. Seine Antwort ist:

„Gewohnheiten lassen sich ändern, wenn wir verstehen, wie sie funktionieren.”

Neben der Frage, ob und wie sich individuelle Gewohnheiten und Verhaltensweisen ändern können, hat er analysiert, wie man auch Gewohnheiten von Organisationen, ja sogar von Gesellschaften ändern kann. Das Buch gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil geht es um grundlegende individuelle Gewohnheiten. Dazu erläutert er die neuronalen Grundlagen. Der zweite kreist um das Thema, wie sich Gewohnheiten in Organisationen ändern können. Sogenannte Schlüsselgewohnheiten werden vorgestellt. Im dritten Teil zeigt Duhigg auf, wie sich Gewohnheiten von Gesellschaften ändern können. Dazu bedient er sich unter anderem der schwarzen Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King. Seine Thesen uns Ausführungen untermauert er mit Hunderten von wissenschaftlichen Studien, mit Interviews mit über dreihundert Wissenschaftlern und Führungskräften und auf Forschungen, die von Dutzenden Unternehmen durchgeführt wurden. (Für ein Verzeichnis der Informationsquellen vgl. die Anmerkungen und www.thepowerofhabit.com). Trotz dieser Fülle an Informationen war dieses Buch für mich sehr lesenswert. Vor allem die Geschichte des Mannes, der durch Starbucks Halt und einen neuen Weg fand, hat mich tief berührt.

In meinem Beitrag möchte ich mich ausschließlich auf die Änderung von individuellem Verhalten fokussieren. Wie oben bereits erwähnt behauptet Duhigg, Gewohnheiten ließen sich ändern, wenn man nur den Mechanismus verstünde. Doch wie funktioniert der Mechanismus?

Wie funktioniert der Mechanismus?

Unser Gehirn verbraucht sehr viel Energie. Weißt Du wie viel? 20%, also ein Fünftel unseres gesamten täglichen Energieverbrauchs! Es macht nie Pause. Aus diesem Grund entwickelt es Routinen, um Energie zu sparen. Die Routinen werden im inneren Teil des Gehirns, den Basalganglien, abgespeichert und bei Bedarf abgerufen. Sobald die Routinen dort abgespeichert sind, laufen sie automatisch und verbrauchen weniger Energie.

Um eine Routine zu entwickeln benötigt das Gehirn zunächst einen Auslösereiz. Dieser Auslösereiz signalisiert dem Gehirn, welche Routine gewählt werden soll. Die Routine kann körperlicher, mentaler oder emotionaler Natur sein. Am Ende erhält man eine Belohnung und das Gehirn entscheidet, ob sich die Routine lohnt. Falls ja, merkt es sich diese für die Zukunft, sprich es speichert diese ab.

Wie sieht der Mechanismus am praktischen Beispiel aus? Nehmen wir an, Du gehst einkaufen und läufst an einer Bäckerei vorbei. Dort wurden gerade frisch gebackene Brötchen aus dem Ofen geholt und Du nimmst Geruch wahr (Auslösereiz). Du gehst angelockt von dem Duft in die Bäckerei und kaufst Dir frische Brötchen (Routine). Du isst das Brötchen und genießt dabei den Geschmack (Belohnung).

Oder ein anderes Beispiel: Der Wecker klingelt und ich stehe auf (Auslösereiz). Ich gehe zur Kaffeemaschine und bereite mir einen Kaffee zu (Routine). Ich trinke meinen Morgenkaffee (Belohnung).

Mechanismus – Bild bearbeitet mit Photo Lab (unbezahlte Werbung)

Und wie ändere ich Verhalten?

Hat man den Mechanismus einmal verstanden, wird schnell deutlich, warum die berühmten Neujahrsvorsätze wie:

„Ab morgen rauche ich nicht mehr.“
„In drei Monaten laufe ich einen Halbmarathon.“ oder
„Dieses Jahr nehme ich ab.“
nicht funktionieren können. Sobald der Auslösereiz erfolgt, lässt unser Gehirn die abgespeicherte Routine laufen. Das Verhalten können wir nur ändern, wenn wir NEUE Routinen einführen und nicht Verhalten mit anderem Verhalten ändern (z.B. statt Kaffee zu trinken, gehe ich Joggen). Man kann Verhalten nicht durch Verhalten ändern.

„Man kann Verhalten nicht durch Verhalten ändern.“ – Vera F. Birkenbihl

Charles Duhigg hat am Ende seines Buches einen Leitfaden mitgegeben, den ich Dir nächste Woche vorstelle. Er umfasst die Schritte:
* Die Routine identifizieren.
* Mit Belohnungen experimentieren.
* Einen Auslöser isolieren
* Einen Plan aufstellen.

Bis dahin würde ich mich freuen, wenn Du mir Deine Gewohnheiten verrätst? Ist es der Kaffee am Morgen, Süßes am Nachmittag, Joggen vor 17 Uhr? Was für Gewohnheiten hast Du?

Das Problem mit meinen Schreibtisch-Fächern habe ich anders gelöst: Es ist alles wieder wie vorher. Es gab keine triftigen Grund, es zu ändern. Darum hat es nicht funktioniert. – Das geschieht übrigens auch, wenn wir Verhalten durch Verhalten ändern. Am Ende ist alles wieder beim Alten. –

Um die Methode einmal selber zu testen, habe ich mir eine andere Eigenschaft herausgepickt: Naschen am Nachmittag. Jeden Nachmittag packt mich die Lust auf etwas Süßes. Kenne Sie das auch? Wie lässt sich dieses Verhalten ändern? Funktioniert es mit der Methode von Duhigg? Mehr dazu in Kürze….

Bis dahin
Herzliche Grüße

Ariadne von -keep calm & grow your talent

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Charles Duhigg -Webseite mit weiterführenden Informationen

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